Statement - Vita - Technik

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1. Künstler-Statement

Kunst und Markt spiegeln die Rolle der Seele in der Gesellschaft: Dort ist die Seele selten würdevolles Subjekt, oft aber Objekt wirtschaftlichen Denkens. Dieses Denken scheint eine Art Ersatzreligion zu sein: Wir machen unsere Würde als Selbstwert von der Leistung abhängig, die ein allmächtiger ‘Markt-Gott’ einfordert. Automatisierung und künstliche Intelligenz steigern 'gottgewollt' die Effizienz. Dadurch gerät die menschliche Seele unter noch größeren Druck. Im Gegensatz dazu sollte Kultur sich für einen Minimalrespekt einsetzen, der allen Menschen bedingungslos zusteht. Ein moralischer Anspruch sollte dabei dieses Minimum einschließen, aber deutlich unterhalb ideologischer Maxima liegen, sonst verschlimmert Polarisierung alles. In meinen Bildern möchte ich den dargestellten Menschen einen unvergleichlichen 'Wert' zuordnen mit:
  • Meinem Glauben an die Mystik der Seele. Diesem will ich mich durch Portraitgemälde nähern.
  • Meinem Glauben an den Sinn von Trost. Diesen möchte ich mit Figurenzeichnungen symbolisieren.
Ohne Abwertung Andersdenkender könnte für mich das Kreuz solchen Glauben repräsentieren. Analog zum Glauben entstehen meine Bilder im Kopf. Für die Gegenüberstellung von Subjekt und Objekt kombiniere ich die Bilder als Fotomontagen zusätzlich mit selbsterstellten 3D-Grafiken. Diese stehen für Rationalität, aber auch für Vernunft und Aufklärung. Ich wünschte mir, dieser Kontext von Seele als Subjekt machte beim Betrachten meiner Bilder etwas Sinn.

2. Martin Guan - Vita

Selfportrait Photo of Martin Guan Martin Guan Nach der Schule und dem Zivildienst in der Nähe von Tübingen zog ich nach Berlin, um dort Mathematik mit Nebenfach Philosophie zu studieren. Nach dem Diplom war ich viele Jahre lang als Designer und Entwickler tätig. Inzwischen arbeite ich als autodidaktischer Künstler in der Nähe von Frankfurt am Main.

3. Bilder

Die Montagen setze ich zusammen aus Portrait-Gemälden, Figurenzeichnungen und 3D-Computergrafiken. Martin Guan - Ebenen-Übersicht Ebenen-Übersicht

3.1 Abstrakte Fotos

Die abstrakten Fotos mache ich von meinen Zeichnungen und Gemälden (Makro-Fotos und Ausschnitte).

3.2 Portraitgemälde

Die abstrakten Portraitgemälde entstehen aus dem Kopf, also ohne direkte Vorlage. (Acryl auf Papier 50cm x 70cm).

3.3 3D-Computer-Grafik

Jede meiner Computergrafiken enthält ein mehr oder weniger abstraktes 3D-Objekt.

3.4 Gemäldemontagen

Jede Fotomontage besteht aus den ersten drei Ebenen:
  • Einer abstrakten Fotografie (so. 3.1)
  • Einem Portraitgemälde (so. 3.2)
  • Einer 3D-Grafik (so. 3.3)

3.5 Figurenzeichnungen

Meine Figurenzeichnungen stellen den menschlichen Körper in den verschiedensten Situationen dar. Ich zeichne prinzipiell aus dem Kopf. Zum Abschluß verwende ich schwarze Acrylfarbe. (Grafit auf Aquarellpapier, 14.8cm x 21cm)

3.6 Zeichnungsmontage

Die weiter oben (§§ 3.1-3.5) beschriebenen Ebenen werden in der 'Zeichnungsmontage' zusammengeführt. Damit enthält diese digitale Komposition dann insbesondere auch ein Foto einer echten, 'analogen' Zeichnung, sowie eines echten Gemäldes. Eine Zeichnung wird nur einmal in einer Kunst-Collage verwendet. Gemälde hingegen finden sich manchmal in mehreren Kunst-Collagen wieder. Es sind sicher viele Bezeichnungen dafür möglich: Digital-Collage, Digitale Fotomontage, Mixed-Media-Zeichnungen, etc; Ich weiss nicht, welche am besten passen würde oder sogar eine Art offiziell richtige Bezeichnung wäre. Ich würde nur gerne das Adjektiv "digital" vermeiden, weil dann viele gar nicht mehr glauben könnten, dass 'reale' Zeichnungen und Gemälde dabei Verwendung finden.